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HdO Hörgeräte - Hinter dem Ohr Hörsysteme

Hörgeräte-Akustiker mit sehr günstigen Preisen Ca. 65 Prozent aller angepassten Hörgeräte in Deutschland werden hinter dem Ohr getragen. Für die Verbindung zwischen Gerät und Ohr sorgt eine nach Maß angefertigte Otoplastik (maßgefertigtes Ohrpassstück) mit einem Schallschlauch. HdO-Geräte sind am vielfältigsten für die Versorgung von Hörschäden einsetzbar. HdO-Geräte bieten eine Vielzahl technischer Optionen sowie hohe Verstärkungsleistungen, da hinter dem Ohr einfach mehr Raum für Elektronik verfügbar ist.

Je stärker der Hörschaden, desto höher muss die Verstärkungsleistung des Gerätes sein und desto größer die Anfälligkeit für störende Rückkopplungseffekte. Diese Rückkopplungsanfälligkeit wird umso geringer je größer der Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Schallaustritt nahe am Trommelfell ist. Die akustische Rückkopplung, ein lästiger Pfeifton, entsteht bei unpassendem Ohrpassstück oder bei ungenügend eingestellten Geräten auch schon dann, wenn ein Hörgeräteträger sich mit seinem Hörgerät einer Wand zuwendet.

Ein weitgehend offener Gehörgang wird bei leichten Hörschäden empfohlen. Ein so genanntes Venting - eine Belüftungsbohrung in der Otoplastik - ermöglicht einen Druckausgleich und erreicht somit dieses Ziel. Der Durchmesser dieser Bohrung ist variabel dem Verstärkungsbedarf anpassbar, um Rückkopplungen zu verhindern.

Je größer der Durchmesser der Bohrung, desto angenehmer das Hörgefühl für den Hörgeschädigten. Denn die Reflexion des selbst erzeugten Körperschalls, an der dem Trommelfell zugewandten Seite der Otoplastik wird zunehmend geringer. Diese Reflexion äußert sich in einem dumpfen Hörgefühl, wenn tieffrequenter Körperschall wie der Grundton der eigenen Stimme oder Schluck- und Kaugeräusche nicht mittels offenem Gehörgang abgeleitet werden.

Permanente Weiterentwicklungen haben dazu geführt, dass heute bei HdO-Hörgeräten drei Bauformen unterschieden werden können:



  1. Normalschlauch-Hörgeräte
  2. SlimTube Hörsysteme und
  3. Ex-Hörer Hörgeräte.



Bei den SlimTube und Ex-Hörer Gerätebauformen kann die Verankerung des Schallschlauches im Gehörgang mittels Otoplastik oder Domes (Schirmchen) erfolgen.

Zu 1.: Klassische Hörgeräte mit normalen Schallschlauch

Der ca. 7 - 8 cm lange Schallschlauch (Außendurchmesser ca. 3,1 mm, Innendurchmesser ca. 2 mm) verbindet den im Hörsystem eingebauten Lautsprecher (Hörer) mit dem Gehörgang im Ohr. Die durch diesen Aufbau entstehende Resonanz des Systems, wird von vielen Hörgeräteträgern als sehr angenehm empfunden. Es entsteht im mittleren Sprachbereich ein besserer Klang.

Die Otoplastik fixiert den Schallschlauch immer exakt gleich im Gehörgang und liefert damit einerseits sehr gute und konstante Höreindrücke, andererseits sind diese für den anpassenden Akustiker auch gut messbar und damit die Einstellung exakt berechenbar.



Zu 2.: Hörsysteme mit SlimTube

Der SlimTube (Außendurchmesser ca. 1,8 mm, Innendurchmesser ca. 1 mm) ist ein sehr dünner, kosmetisch fast unsichtbarer Schallschlauch der Hörer und Gehörgang verbindet. Der kleine Innendurchmesser führt zu einer zunehmenden Übertragungsverschlechterung, je höher die Frequenzen werden. Dies beginnt bereits ab ca. 1kHz. Da sich unsere Sprache in einem Spektrum von ca. 500 Hz bis ca. 4,5 kHz bewegt und das Sprachverstehen zu großen Teilen weit über 1 kHz liegt, verschlechtert ein SlimTube das Sprachverstehen gegenüber einem Normalschlauch erheblich.

Ein SlimTube mit Domes (Schirmchen) ist eine optisch höchst ansprechende und angenehme Möglichkeit ein Hörgerät zu tragen. Doch im Gegensatz zur Otoplastik sitzt ein hoch flexibles Schirmchen immer etwas anders und führt damit auch zu unterschiedlichen Hörergebnissen. Bei normalem Hörverlust treffen somit 2 Negativfaktoren zusammen, sodass SlimTube mit Domes hier keine gute Wahl darstellen.

SlimTube mit Otoplastik ist für einige Hörverluste eine mögliche Lösung.



Zu 3.: Ex-Hörer Hörgeräte

Beim Ex-Hörer Hörgerät ist der Lautsprecher (Hörer) nicht im Hörgerät, sondern extern ausgelagert an der Spitze des Schlauches. Der Hörer liegt somit im Gehörgang und erzeugt den Schall kurz vor dem Trommelfell. Der extrem dünne Schlauch enthält nur wenige Kabel und muss keinen Schall übertragen oder als Resonanzkörper dienen. Damit vereint es die Vorteile der Varianten 1 und 2 in sich.

Selbst mit variabel sitzenden Domes (Schirmchen) ist bereits ein akzeptables Ergebnis erzielbar, das sich mit einer Otoplastik aber noch erheblich verbessern lässt.

Ihr Hörgeräte-Ratgeber Team von Die Endverbraucher